Methoden

Anhand eines ganzheitlichen Beobachtungskonzepts, das Auskunft über körperliche, seelische und intellektuelle Reife sowie individuelle Besonderheiten des Kindes gibt, erarbeiten wir ein individuelles Förderkonzept.

Viele legasthenisch veranlagte Kinder zeigen schon im Vorschulalter Entwicklungsverzögerungen oder auch -beschleunigungen, die ihnen ein Lernen in der Gruppe Gleichaltriger erschweren. Wir arbeiten mit Bewegungs- und Malübungen nach der englischen Heilpädagogin Audrey McAllen, um die Entwicklung zu harmonisieren. Somit schaffen wir eine Grundlage für die weitere Förderarbeit.

Malübung

Bewegunsübung

Wir gehen davon aus, dass legasthenisch veranlagte Menschen eine besondere Fähigkeit haben, ganzheitlich wahrzunehmen und bildhaft zu denken. Das bedeutet aber auch, dass alles Abstrakte, Unbildhafte, wie zum Beispiel Buchstaben, zur Verunsicherung führt. Darum wenden wir Methoden an, die zunächst ganz im Konkreten bleiben und die Abstraktion der Lautsymbole (ABC) zu konkreten Erlebnissen macht. Ganze Wörter (auch in Fremdsprachen) werden so gelernt, dass Wortbild und Begriff gemeinsam eingeprägt werden können. 

Warum plastizieren?

Rudolf Steiner weist in seinen pädagogischen Vorträgen wiederholt auf den Zusammenhang zwischen tiefem, wissendem Begreifen und plastizieren hin; zum Beispiel in den Vorträgen, die er im August 1924 in Torquay gehalten hat: „Sie werden sehen, wenn Sie noch so viel gelernt haben über eine Lunge oder über eine Leber, oder sagen wir, irgendwelche verwickelten Zusammenhänge von Gefäßen, Sie wissen nicht so viel, als wenn Sie das Ganze einmal in Wachs oder Plastilin nachbilden. Da fangen Sie plötzlich an, ganz anders über die Sache zu wissen (…) und deshalb ist es so notwendig, dass Sie sich auf diese plastische Methode wirklich einlassen (…). Daher kann man sehr leicht an diesen Drang, an diese Sehnsucht anknüpfen und so die Buchstaben aus den Formen hervorholen, die das Kind malt, oder auch aus den Formen, die das Kind plastisch ausbildet, weil man wirklich aus Menschenerkenntnis heraus dann den Unterricht gestaltet.“

(GA 311, S. 97/98)

Beispiel: Begriffe in Knete geformt

Oft hat eine diagnostizierte “Dyskalkulie”, also eine Rechenschwäche, die gleichen Ursachen wie die Probleme mit dem Lesen und Schreiben. Unser ganz von konkreten, anschaulichen Erfahrungen ausgehendes Mathematik-Programm vermittelt eine Basis-Sicherheit, auf der dann auch die komplizierteren Rechenoperationen aufbauend erlernt werden können.

Ein weiteres Phänomen, das fast alle legasthenisch veranlagten Menschen zeigen, ist eine Tendenz zu so genannten “Verwirrungen” oder Blockaden bei der Beschäftigung mit Schrift. Um das Entstehen dieser oft schweren Störungen eines jeden Lernprozesses zu bemerken und bereits im Entstehen zu verhindern, haben sich Orientierungs- und Gleichgewichtsübungen als sehr erfolgreich gezeigt. Die Wirksamkeit dieser Übungen konnte durch Hirnstrom-Messungen nachgewiesen werden (Bericht vom Institut Haffelder).